Astrid Köhler, Osteopathin aus Leidenschaft

Unter der Rubrik „Talk“ stelle ich euch interessante Menschen aus der Region vor. Dieses Mal habe ich die sympathische Heilpraktikerin und Osteopathin Astrid Köhler in Starnberg getroffen.

  • „Die Osteopathie ist in aller Munde.“
  • „Probleme an der Bandscheibe werden ohne eine Behandlung über den Dickdarm nie ganz verschwinden.“
  • „Die staatliche Anerkennung des Berufsbildes Osteopath ist längst überfällig.“
  • „Hand in Hand mit der Schulmedizin.“

Nach diesen unterschiedlichen Aussagen, auf die man bei der Recherche stößt, bin ich jetzt auf meinen Talk mit Astrid gespannt.

© Astrid Köhler
© Astrid Köhler

Astrid, was verbindet dich mit Starnberg?
Die Liebe, die Berge und das Wasser.

Wie bist du zur Osteopathie gekommen?
Die Osteopathie ist eigentlich zu mir gekommen: Ich hatte selbst immer wieder Rückenprobleme. Eines Tages wurde ich zufällig von einem Osteopathen behandelt, der mich fragte, ob ich schon mal Nierenprobleme hatte…. So wurde ich aufmerksam auf die Osteopathie. Danach begegnete ich in meinen Aus- und Weiterbildungen immer wieder Osteopathen, die mich mit ihrem Wissen und Können tief beeindruckten.

In Deutschland hat die Osteopathie in den vergangenen 25 Jahren eine rasante Entwicklung genommen und ist für viele Menschen nicht mehr wegzudenken. Wie erklärst du dir diese enorme Nachfrage?
Die Menschen interessieren sich heute mehr denn je für ihre Gesundheit und haben den Anspruch, dass ein Therapeut medizinisch bestens ausgebildet ist und dabei ganzheitlich arbeitet. Die Osteopathie entspricht dieser Forderung. Sie ist ein Heilberuf und eine angewandte Humanwissenschaft mit eigenständigem medizinischem Diagnose- und Behandlungsansatz. Kommt ein Patient mit einem Problem zum Osteopathen, sucht dieser nach dem woher und warum. Dabei stößt er oft auf Ursachen, die entfernt vom Symptom liegen und in der Eile manchmal übersehen werden.

Trotz der hohen Akzeptanz unter den Bürgern fehlt in Deutschland – ganz im Gegensatz zu anderen Ländern wie England, Frankreich oder Belgien –  noch immer die offizielle Anerkennung der Osteopathie. Ist das für deine Berufsgruppe nicht frustrierend?
Ja, absolut!  Jedoch gibt es inzwischen ein Entgegenkommen von Seiten einiger gesetzlicher Krankenversicherungen, die osteopathische Leistungen anteilig erstatten.

Was sind die Ursachen dafür?
In erster Linie sehe ich die Ursache darin, dass in Deutschland die Berufsbezeichnung „Osteopath/in“ noch immer nicht geschützt ist. Deshalb kann ein Patient oder Versicherer nicht selbstverständlich erkennen, wie qualifiziert ein Therapeut ist. Nur die „Berufsverbandszugehörigkeit“ stellt den derzeit einzigen Qualitätsstandard dar. Unsere Berufsverbände kämpfen vehement um ein Berufsgesetz für Osteopathen.

Gibt es spezielle Entwicklungen in der Osteopathie?
Osteopathen versuchen weltweit durch interdisziplinäre Zusammenarbeit hochwertige Forschung zu betreiben und so die Qualität der osteopathischen Medizin und der Ausbildung zu sichern.

Mit welchen Beschwerden kommen Menschen zu dir?
Patienten kommen aus allen medizinischen Bereichen zu mir. Am häufigsten (weil geläufigsten) mit Schmerzen im Bewegungsapparat. Aber auch bei Störungen von inneren Organen, des Nervensystems, im HNO- und Kieferbereich. In der Schwangerschaft auftretende Probleme, Babys und Kinder mit Entwicklungsdefiziten. Bei schweren Erkrankungen und nach Operationen und Bestrahlungen immer auch in Zusammenarbeit mit Ärzten.

Wer kann zu dir kommen? 
Abgesehen von den bereits erwähnten Beschwerden, kommt z.B. der Golfspieler, dessen Schwung wegen einer schmerzhaften Blockade nicht mehr funktioniert. Die Mutter deren Baby den Kopf nur nach einer Seiten dreht. Die Frau, die nach ihrer Brustoperation den Arm nicht mehr heben kann. Der Anwalt, der nach dem Biss auf eine harte Nuss den Mund nicht mehr schmerzfrei öffnen kann. Die Sängerin mit Atemproblemen… Die Liste ist lang aber alle haben etwas gemeinsam: Sie haben ein Problem, das sie loswerden möchten. Die Geschichte eines jeden einzelnen ist individuell und spannend. Es ist wie ein Puzzle, dessen verlorene Teile ich finden und einsetzten muss, damit wieder ein Ganzes entsteht. Ich liebe es, mich dieser  Herausforderung zu stellen.

Hast du ein paar Tipps und Tricks für uns auf Lager, wie wir im Alltag Präventivmaßnahmen ergreifen können?
„Du meinst, abgesehen von den üblichen Empfehlungen, die wir sowieso alle kennen und selten befolgen (grins)? Die Philosophie der Osteopathie lautet (vereinfacht gesagt): Wo Bewegung, da Leben! Ein Organismus lebt, solange alles im Fluss ist! Moderate Bewegung, Dehnübungen, sich recken und strecken wie eine Katze. Kleine Übungen, die man einfach gut in den Alltag einbinden kann. Von allem etwas von nichts zu viel.

Was machst du in deiner Freizeit?
Im Sommer gehe ich gerne in die Berge und fahre Mountainbike. Im Winter liebe ich Buckelpisten. Bei schlechtem Wetter lese ich am liebsten spannende Fachliteratur. Thriller lasse ich mir vorlesen und schlafe dabei meistens ein…

Gibt es eine lustige Geschichte, die du mit einem Patienten erlebt hast?
Ja! In meiner Zeit als Heilpraktikerin im Bayerischen Wald erhielt ich nach einer Blutegelbehandlung von einem Patienten (einem Metzger) zum Dank selbstgemachte Blutwürste.

Astrid, ich danke dir für das interessante Gespräch. Und wünsche dir weiterhin viel Erfolg und Freude in deinem Beruf.

Bei Fragen könnt ihr Astrid gerne über das Kommentarfeld im Blog kontaktieren oder auch direkt:
Mail: Osteopathie-koehler@gmx.de
Telefon 089 232 69 571

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