Gin bleibt im Trend

Welche Cocktails sind derzeit angesagt? Was sind leckere Alternativen zu Caipi, Hugo und Sprizz Aperol?

Neben Rum kommt Gin erneut groß raus während andere Klassiker auf der Spirituosen- und Cocktail-Skala an Wert verlieren. Was ich persönlich erfahren habe…

Neulich war ich mit meiner Freundin abends im Münchner Glockenbachviertel unterwegs. In einer kleinen Bar gesellten wir uns direkt zum Barkeeper. Gut gelaunt bestellten wir nach jahrelanger Cocktailabstinenz einen „Caipi“. Und sahen uns einem mitleidig blickenden Twen gegenüber, der uns mitteilte, dass es in seiner Bar „sowas“ nicht (mehr) gibt. Um weitere Schockerlebnisse dieser Art zu vermeiden, begab ich mich sodann auf die Suche nach aktuellen Trends in der Cocktail Welt. Und wurde fündig….

Ich stieß auf Gin und eine Fülle kreativer Mixgetränke mit spannenden Zutaten. Jahrzehntelang war dieser Wacholderbranntwein out. Klassiker wie Gin Tonic und Co ziemlich uncool. Und das, obwohl Gin eine lange Tradition pflegt. Gin ist das geistige Nationalgetränk der Engländer. Queen Elizabeth II. trank ein Glas Gin beim Empfang ihres Thronjubiläums. Im Leben von Mr. James Bond ist der geschüttelte Martini (mit Dry Gin) nicht wegzudenken. Doch erst zur Jahrtausendwende feierte in Schottland der Hendricks Gin eine wahre Renaissance und trug maßgeblich zum neuen Gin Boom bei. Abgefüllt in viktorianischen Retro-Apothekerflaschen ist der Gin weltweit im Einsatz*.

Made in Schwarzwald
Auch Deutschland mischt mit. Aus dem Schwarzwald kommt beispielsweise der Monkey 47 Dry Gin. Er wird aus dem Wasser einer hauseigenen Quelle hergestellt und in Steingutfässern gelagert. Eine Geschichte besagt, dass sich der Name ursprünglich von einem Affen des Berliner Zoos ableitet. Ein Brite übernahm 1954 eine Affenpatenschaft und eröffnete später im Schwarzwald den Landgasthof „Zum wilden Affen“. Dort entwickelte er einen Gin, dessen Rezeptur angeblich die Basis für den Monkey 47 Dry Gin bildet. Die Zahl 47 verweist auf die Anzahl an Zutaten. Einige Jahrzehnte später wurde die Gin-Idee von einem gewissen Alexander Stein erneut aufgegriffen. Der ehemalige Nokia-Manager hängte seinen Businessjob an den Nagel, um diese Schnapsidee nach der Jahrtausendwende in die Tat umzusetzen. Die gegründete Manufaktur „Black Forrest Distillers“ hat ihren Sitz unverändert im Schwarzwald und stellt hochwertige und ausgezeichnete Gin Produkte her.

Gin aus dem Herzen Münchens

© THE DUKE Destillerie
© THE DUKE Destillerie

Und auch in München entstand eine neue Brennerei, in der Gin produziert wird. Kennt ihr die Geschichte vom „THE DUKE – Munich Dry Gin? Geboren im Herbst 2007, wuchs er in der Obhut der beiden ehemaligen Historiker Max & Daniel in einem Hinterhof in der Münchner Maxvorstadt zu einem kulinarischen Hochgenuss heran. In dem mittlerweile Bio-zertifizierten Betrieb stellen die beiden Gründer mit ihrem Team den Wacholderbranntwein in handwerklicher Produktion mit Wacholderbeeren, Kräutern und Gewürzen aus rein biologischem Anbau her. Ein „Duke-Mobil“ kurvt täglich durch die Straßen und bedient den gehobenen Einzelhandel und Top-Gastronomiebetriebe. Und auch über die Landesgrenzen hinweg wird der prämierte Gin zunehmend bekannt und nachgefragt.

Mein Fazit: Es gibt wirklich viele neue Cocktailrezepturen mit Gin, die man in einer geselligen Runde unbedingt mal probieren sollte, zum Beispiel der erfrischende Gin Basil Smash.

© THE DUKE Destillerie
© THE DUKE Destillerie

Zutaten:

  • 6 cl hochwertiger Gin
  • 2 cl Zitronensaft
  • 6 – 8 Basilikumblätter
  • 2 cl Rohrzuckersirup

Und so geht’s:
Basilikum im Shaker mit einem Mörser andrücken, damit er sein Aroma entfalten kann. Danach gebt ihr alle weiteren Zutaten hinein, füllt den Shaker mit Eiswürfel auf und schüttelt ihn kräftig. Den Inhalt gebt ihr durch einen feinen Sieb in ein mit Eiswürfel gefülltes Glas. Am besten eignet sich hier ein Tumbler (kurzes Glas mit dickem Boden). Fertig!

Probiert ihn doch mal aus!

Links und Quellen:
„The Duke Gin“
„Monkey 47“
Der weltbeste Gin aus dem Schwarzwald
* Simon Difford: Diffordsguide Gin. 1st Edition, Odd Firm of Sin, London 2012, ISBN 978-0-9556276-1-3, S. 226–231.

5 Replies to “Gin bleibt im Trend”

  1. Christina Weiland sagt: Antworten

    Das mit dem Caipi hätte mir auch passieren können- vielen Dank für die Warnung 🙂 … den Gin Basil Smash trinke ich gern mit Dir bei unserem nächsten Treffen 😉

    1. Sehr gerne 🙂

      1. Christina Weiland sagt: Antworten

        Sodala… nach meinem 1. Basil Smash muss ich sagen… MEGA 🙂

  2. Ha ha! Köstlich! Da merkt man doch glatt, dass man alt wird 😉 Aber dagegen lässt sich ja sicher etwas tun – also her mit dem Gin ;-))))))

  3. Nicole Kremer sagt: Antworten

    Super Artikel, vorallem weil ich richtiger Gin Fan geworden bin und mein
    Lieblingsgin The Duke dabei ist. Sehr informativ. Vielleicht kannst du den Artikel noch ausweiten mit neuen Ginsorten oder Cocktailrezepten. Der Gincocktail im Neuhausen schmeckt klasse. Kannst du das Rezept rauskriegen?

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